Zielerreichung und Gewohnheiten – Wie Du mit kleinen Schritten mehr erreichst

We don´t change overnight!

In diesem Blogartikel möchte ich mit Dir meine Erfahrungen, Erkenntnisse aus der Neuropsychologie sowie effektive Tipps zu positiver Veränderung Deiner Gewohnheiten teilen, um Ziele erfolgreich zu erreichen.

Unsere Gewohnheiten bestimmen unser Leben. Manche machen unser Leben schwerer, manche verhelfen uns zum Erfolg. Sie laufen automatisiert und unbewusst ab. Dabei denken wir nicht nach. Die Gehirnareale, die für komplexe Denk- und Entscheidungsprozesse zuständig sind, sind beim Ausführen dieser wiederholten Handlungen nicht aktiv.

“Zwischen 30 und 50 Prozent unseres täglichen Handelns werden durch Gewohnheiten bestimmt … “, sagt Professor Bas Verplanken. Er forscht an der University of Bath in England  und beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Gewohnheiten.

Die Dauer, die man benötigt, um eine Gewohnheit zu etablieren, ist individuell und unterschiedlich je nach Gewohnheit und persönlichen Voraussetzungen. Die gängige Annahme, dass wir 21 Tage benötigen, um jede Handlung zu Gewohnheit werden zu lassen, ist nicht ganz richtig. Damit die Handlung zur Gewohnheit wird, werden mehrere Wochen bis Monate benötigt. Die Durschnittdauer, den man in mehreren Studien findet, beläuft sich auf 66 Tage.

Die große Wirkung kleiner Schritte

Wenn unsere Gewohnheiten mit unseren Zielen übereinstimmen, können wir diese schrittweise etablieren. Um ein Ziel zu erreichen, muss man sein Verhalten systematisch ändern, damit es zur Gewohnheit wird. Dazu sind jeden Tag Übung, Geduld und Fleiß erforderlich.

Wenn wir Ziele für den Tag, Woche, Monat festlegen ist es wichtig zu begreifen, dass wir mit kleinen Schritten mehr erreichen können.

Wenn ich angefangen habe, mehrere Gewohnheiten in verschiedensten Bereichen meines Lebens gleichzeitig einzuführen, hat es wenig gebracht. Ich habe mir 5 Sachen vorgenommen, die sich auf Produktivität, Selbstorganisation, Sprachenlernen und Weiterbildung beziehen. Das hat für mich nicht funktioniert. Es ist schwer alles auf einmal zu verändern. Das fällt auch den meisten von uns schwer.

Experten im Bereich Selbstmanagement raten deshalb mit Mini-Gewohnheiten zu beginnen

Ich fokussiere mich zunächst deswegen auf eine Gewohnheit, nämlich jeden Tag Sport zu treiben. Dies löst weitere Veränderungen automatisch aus. Ich kann mich besser konzentrieren, meine Denk- und Arbeitsleistung verbessert sich. Ich kann das, was ich lerne, besser behalten. Ich finde zu mehr Balance und Zufriedenheit.

Dabei hilft es, die gewünschte Gewohnheit in Mini-Gewohnheit umzuwandeln. Verkürze diese bis zu einem banalen, kleinen Schritt. Von 30 Minuten Sprache lernen auf 10, vom 1-stündigen Sporttraining auf 20 Minuten.  Wenn ich eine Sportaktivität plane, fange ich mit 20 Minuten pro Tag an. Das ist das, was ich jeden Tag und unter jeder Bedingung locker vollbringen kann. Bei guten Voraussetzungen schaffst Du sicher mehr. Unter schlechten Bedingungen weniger. Dennoch ist es besser als nichts.

Vier Schritte auf dem Weg zu neuen Gewohnheiten von Katerina Lengold

Katerina Lengold hat mit 14 angegangen zu studieren, verfügt über 5 Hochschulabschlusse. Mit 20 gründete Sie ihr erstes Start Up. Sie zählt zu den führenden Top-100 Innovators 2014 und zu Leaders of Tomorrow 2017. Die heute 26 –jährige ist die jüngste Vizepräsidenten eines Weltunternehmens im Bereich Aeroweltraumindustrie.

Eine wichtige Rolle für ihren Erfolg spielt ihrer Meinung nach ein spezielles Planungssystem. Sie empfiehlt folgendes Vorgehen fürs Ziele setzen, bei dem die Bildung neuer Gewohnheiten im Fokus steht. Ihr Prinzip ist einfach: es ist leichter Ziele auf 9 Wochen, statt auf mehrere Monate oder ein Jahr zu setzen. So erreichst Du mehr:

  1. Setze 3 Ziele für 9-Wochen-Sprint. Zerlege es in Meilensteine und Überprüfe das Ergebnis jede Woche
  2. Bestimme jeden Tag 3 Aufgaben, die Priorität haben und fokussiere dich auf diese in der ersten Tageshälfte.
  3. Zerlege die Aufgaben in 25-Minuten-Blocks. (Technik Pomodoro). Bilde Gewohnheiten, die Dir helfen, diese Ziele zu erreichen. Führe tägliches Monitoring durch
  4. Führe ein Blog oder Tagebuch mit täglichen Fortschritten, für die Du Dich bedankst.

Schrittweises Vorgehen beim Ziele setzen

Folgende 8 Tipps helfen dir, wenn es um Zielerreichung geht.

  1. Motive: Was bringt mir das? – Überlege dir genau, welchen Nutzen Du hast, wenn Du Dein Ziel erreichst. Denk an Belohnung
  2. Bereite Dich vor: Überlege, welche Gewohnheiten führen zur Zielerreichung und welche hindern Dich daran?
  3. Sei Dir über die neuropsychologische Bildung der Gewohnheiten im Klaren
  4. Schaffe ein Umfeld, das Dich bei der Zielerreichung unterstützt
  5. Umgang mit Widerstand: Wenn Du auf Hindernisse oder Widerstand stoßt, beobachte Deine Reaktion und lerne, nicht aufzugeben
  6. Auch dann, wenn die Voraussetzungen vom Idealen weit entfernt sind
  7. Sei flexibel und sprenge den Rahmen, der Dich einschränkt. Achte aber auf Struktur und Systematik
  8. Handle langsam und mit viel Geduld zu sich selbst bei der Bildung von neuen Gewohnheiten. Hauptsache ist regelmäßiges Üben und Spaß beim Prozess
  9. Genieße die Veränderungen und setze neue Ziele

Was kannst du daraus mitnehmen?

Fazit: Gewohnheiten spielen eine wichtige Rolle bei der Zielerreichung und führen zu mehr Produktivität und Erfolg. Sie führen positive Veränderungen herbei und zur Verbesserung der Lebensweise. Mit viel Geduld, Systematik und richtiger Motivation kann man mit Hilfe kleiner, regelmäßiger Schritte Großes erreichen.

Ich kann mich von Natur aus gut organisieren, kann gut planen und habe ein gutes Gefühl für Zeit. Jedoch kann ich nicht sagen, dass mein Zeitmanagement perfekt ist und ich mit Familie und 2 kleinen Kindern alles, was ich vorgenommen habe, umsetzte. Dennoch arbeite ich jeden Tag an meinen Zielen und ich werde nie sagen können, dass es nichts mehr gibt, was ich verbessern könnte.

Quellen

Maurer, Robert (2016): Kleine Schritte, die Ihr Leben verändern. VAK Verlag, Freiburg.

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/02/Psychologie-Gewohnheiten