Gekonnt kommunizieren – Was können wir von Ernest Hemingway lernen?

Act digital – communicate human

Die Fähigkeit zu kommunizieren ist heute wichtiger denn je. Gerade im digitalen Zeitalter, in dem wir immer mehr virtuell, über Social Media oder verschiedene Smarte Tools miteinander in Kontakt treffen, ist diese Fähigkeit essentiell. In einem Dialog auf Distanz ist die Fähigkeit mit Menschen zu sprechen, die nicht durch Technik oder Automatisierung ersetzt werden kann, besonders gefragt.

Die Herausforderung, sein Ziel in einer digitalen, virtuellen Gesprächssituation zu erreichen, kann man durch Trainieren geschickt meistern. Interkulturelle, kommunikative Skills sowie emotionale Intelligenz spielen dabei eine wichtige Rolle.

In der digitalen Welt ist die Fähigkeit, eindeutig zu visualisieren und zu verbalisieren enorm wichtig. Dabei beschreibt man, was sein Anliegen ist und versucht die Ziele und Situation des anderen zu verstehen und zu spiegeln. Es ist auch wichtig z.B. in der virtuellen Teamarbeit genau zu verbalisieren, was geklärt werden muss, um Konflikte zu vermeiden.

Erfolgreiches Kommunizieren ist aus neurowissenschaftlicher Sicht eine Kompetenz, die man erlernen kann.

In diesem Blogbeitrag möchte ich einige Grundlagen der Kunst zu kommunizieren beschreiben und Dir ein paar Tipps geben, wie Du mit der richtigen Kommunikationstechnik in der digitalen und realen Welt mehr erreichen kannst.

Wie Du mit guten Gesprächen Deine Ziele erreichst

Wir führen unsere täglichen Gespräche oft intuitiv. Wir fragen uns selten: “Was hat mein Kollege oder Partner mit seiner kritischen Äußerung gemeint?” “Was steckt hinter einer bestimmten Aussage?”

Was können wir von Ernest Hemingway lernen?

Erst Hemingway behauptete:

„Wenn Menschen reden, höre ihnen zu. Die meisten Menschen hören niemals zu.“

Die Kunst zu kommunizieren besteht unter anderem in der Fähigkeit richtig zuzuhören!

Ein argentinisches Sprichwort besagt: Wer spricht, sät, und wer zuhört, erntet.

Höre also beim Dialog aufmerksam und bis zum Ende zu! Denk nicht über Deine Antwort nach.

Was verbirgt sich unter dem Eisberg?

Das sog. Eisberg-Modell aus der Kommunikationspsychologie, das auf der allgemeinen Theorie der Persönlichkeit von Sigmund Freud, basiert, impliziert ebenso das aktive Zuhören.

Die Metapher des Eisbergs zeigt, dass nur ein kleiner Teil des Gesagten, ca. 20%, für den Menschen sichtbar ist. Nämlich das, was wir in sachlichen Aussagen, Daten und Fakten wiederfinden (Sachebene). Dies ist die Spitze des Eisbergs. Der Rest (ca. 80%), das mit Gefühlen, Ängsten, Erwartungen verbunden ist (Beziehungsebene), befindet sich auf der Seite des Eisbergs. Diese verborgene Seite ist unsichtbar und wird in der Kommunikation kaum ausgesprochen.

Versuche beide Ebenen zu erkennen und auseinanderzuhalten. Denk daran, dass sie in gegenseitiger Beeinflussung zueinander stehen.

Es hilft also die Gesprächssituation aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und versuchen herauszufinden, was unter dem Eisberg verborgen ist.

Wie gelingt das?

Mit Technik des aktiven Zuhörens

Hast Du Dich jemals gefragt,

  • Was Dein Gesprächspartner mit seinen Äußerungen ausdrücken möchte?
  • Was ist sein Ziel, das er im Dialog mit Dir erreichen will?
  • Was erwartet er von Dir?
  • Was versteckt sich hinter seiner Botschaft?
  • Wie ist diese im gesamten Kontext zu interpretieren?

Was Hemingway mit seinem Zitat ausdrücken möchte und was das aktive Zuhören ausmacht ist die Fähigkeit, die Gefühle, Bedürfnisse, Erwartungen des Gesprächspartners zu verstehen.

Dazu gehören

  • aktives Beobachten
  • interpretieren und aufmerksam Wahrnehmen.
  • den Hintergrund/Kontext antizipieren und verstehen.

Richtige Einschätzung des Gesprächspartners, kritisches Überprüfen der eigenen Wahrnehmung sowie achtsames Handeln helfen Dir, auf seine Äußerungen angemessen reagieren zu können. (vgl. Crisand 2010, 73).

Hier die Techniken des aktiven Zuhörens im Überblick

Das Spiegeln/ Wiedergeben der emotionalen (Verbalisieren) und inhaltlichen Seite (Paraphrasieren) und/ oder Zusammenfassen der Aussage Deines Gesprächspartners hilft Dir beim aktiven Zuhören sehr.

Unterstützende Äußerungen, wie z.B. „Das ist ja spannend!“, Kopfnicken, aufmerksamer Blick und offene Körperhaltung wirken ebenso beim aktiven Zuhören Wunder. Auch mit Fragen hören wir aktiv zu.

Richtiges Fragestellen

Wer fragt gewinnt

Fragen helfen uns in der täglichen Kommunikation sehr. Mit geschickten Fragen kann man gezielte Gesprächsführung unterstützen. Dabei gilt es verschiedene Frageformen angemessen und situationsbezogen anzuwenden.

Mit richtigen Fragen können wir verschiedene Ziele erreichen, wie z.B. Klärung von Missverständnissen, Sammlung von Informationen, Problemlösung, Ideenfindung, Motivation etc.

Wir stellen Fragen, um Interesse und Respekt gegenüber anderen zu zeigen.

Auf der anderen Seite finden wir durch Fragen heraus, was die Erwartungshaltung des Gesprächspartners ist. Wir lernen also aktiv zuzuhören.

Tipp: Wenn du öfters Deinem Gesprächspartner Fragen stellt, Interesse an SEINER Meinung und an Ihm zeigst, werden Deine persönlichen und geschäftlichen Gespräche viel effektiver.

Wie kannst Du Fragen sinnvoll einsetzen?

  • Sei authentisch und ehrlich
  • Zeige echtes Interesse
  • Führe einen offenen, respektvollen Dialog
  • Höre durch Fragen aktiv zu
  • Als Ergebnis baust Du eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre auf. Dein Gesprächspartner wird dazu verleitet, ehrliche Antworten auf Deine Frage zu geben.

Folgende Fragetechniken wirken in der Kommunikation sehr effektiv:

Offene Fragen

Offene Fragen beginnen mit einem W-Wort. Beispiele: Was kann ich Ihnen Gutes tun? Wie kann ich Ihnen weiterhelfen? Wie meinen Sie das?

Tipp: Versuche die offene Frage so zu formulieren, dass Du eine positive Antwort damit erzwingst, z.B. beim Mitarbeitergespräch: Um wie viel wohler fühlen Sie sich in unserem Unternehmen? Oder beim Verkaufsgespräch: Wissen Sie wie unser Produkt Ihre Lebensqualität verbessert?

Geschlossene Fragen

Bei geschlossenen Fragen sind die Antwortmöglichkeiten auf folgende Alternativen  ja/nein/weiß nicht beschränkt. Absicherung, Zustimmung, Bestätigung sind die möglichen Ziele dieser Fragen. Beispiele: Sind Sie mit mir einverstanden? Sehen Sie das auch so? Möchten Sie mehr Erfolge erzielen?

Reflektierende Fragen

Die reflektierenden Fragen haben meistens zum Ziel, Missverständnisse vorzubeugen: Diese Lösung finden Sie also eleganter? Du sagtest also, du fährst nach Berlin?

Alternativfragen

Als Alternativfrage ist eine Kombination von zwei (oder mehr) Wahlmöglichkeiten.  Alternativfragen sind Entscheidungsfragen. Der Befragte hat die Auswahl nur zwischen den Alternativen, die angeboten werden.

Beispiele: Gefällt Ihnen die Lösung A oder B? Heute oder in 2 Wochen?

Weitere Tipps

  • Wende auch unerwartete, untypische und phantasievolle Fragen an. Ersetze z.B. die langweiligsten Fragen, auf die Du kaum eine ehrliche Antwort bekommst, wie Wie geht es Ihnen? Was machen Sie gerade? durch Was beschäftigt Dich gerade? Wie war Dein Tag? Warst Du gestern in der Kirche?  Denk dran: Sei kreativ – In der Komfortzone passiert nichts Außergewöhnliches.
  • Mit offenen Fragen kannst Du mehr aus dem Gesprächspartner herausholen, indem dDu ihn zum Reden bringst. Du kannst auf seine Bedürfnisse und Wünsche besser eingehen.
  • Mit gut durchdachter Fragestrategie kommst Du sicher an Dein Ziel.

Was hast Du davon?

Wenn wir die einfachen Techniken in der Gesprächspraxis geschickt umsetzen, finden wir zum einen heraus, was unser gegenüber von uns erwartet. Zum anderen ermitteln wir seine möglichen Einwände, z.B. in Verkaufssituationen, die auf einen Widerstand stoßen. Durch richtiges Überzeugen bewegen wir den Gesprächspartner schließlich von Widerstandshaltung in Richtung Zuhören, Umdenken und letztendlich zum Handeln.

Non-verbale Kommunikation

Eine große Rolle spielt außerdem, WIE wir etwas sagen. Der Einsatz von Mimik und Gestik sowie der natürliche Klang Deiner Stimme sind ein wichtiges Werkzeug. Den Umgang damit kann man ebenso systematisch trainieren. Als Ergebnis können wir mehr Selbstvertrauen ausstrahlen und charismatisch wirken.

Fazit: Vielleicht erinnerst Du dich an einige Gespräche mit potentiellen Kunden oder Kollegen, die ergebnislos verlaufen sind. Und fragst dich sicherlich: Verdammt, was ist daneben gelaufen?

Die Lösung ist simpel: Ändere schrittweise Dein Kommunikationsverhalten!

Dazu gibt es einfache Techniken, die in jeder realen oder virtuellen Situation gute Ergebnisse liefern. Egal ob Du mit Deinem Boss, Deinem Lebenspartner oder mit Deinem Kind redest.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag einige Basics erfolgreicher Kommunikation für Deine realen und digitalen Gesprächssituationen vermittelt habe.

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